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Eine Initiative zur Entwicklung hofeigener Getreidesorten



Saatgutvielfalt – Saatgutsouveranität – Saatgutsicherheit

Saatgut züchten –
Verantwortung übernehmen


Die Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, über die Zusammen­hänge und Notwendigkeiten der Kulturpflanzenentwicklung zu informieren und interessierte Höfe auf dem Weg zum eigenen Korn methodisch und beratend zu begleiten. Durch das Heranführen weiterer Landwirte an die Regenera­tionsarbeit und das Vernetzen Gleichgesinnter wollen wir eine breite Basis der Verantwortung für unsere Nahrungspflanzen schaffen und zu einem zukunftsweisenden Erfahrungs- und Saatgut-Austausch in der Region beitragen.

Das Thema alternative Saatgutzüchtung ist aus dem Wunsch nach Biodiversität oder der Pflege alter Sorten längst heraus­gewachsen. Es geht heute um viel mehr: um Klimawandel, Nachhaltigkeit, Ernährungssouveränität, Unabhängigkeit der Landwirtschaft und im Kern um die Gestaltung unserer Zukunft.

Wozu hofeigenes Saatgut?
Das seit Jahrtausenden fast überall auf der Welt etablierte Hauptnahrungsmittel – Getreide – ist allein durch die massiven Veränderungen in Anbau und Verarbeitung der letzten 150 Jahre gefährdet. Eine auf Ertragsicherheit und -steigerung ausgerichtete, industrialisierte Landwirtschaft reduziert nicht nur den Bedarf an Arbeitskräften (inkl. Wissen und Erfahrung), sondern vor allem auch die Nahrungsqualität und die Fruchtbarkeit der Böden. Was jedoch deutlich weitreichendere Auswirkungen zeigt, ist der Umstand, dass Landwirt*innen die Verantwortung für ihr Saatgut an wenige Züchtungsbetriebe abgegeben haben. Eine konven­tionelle Hochertragssorte ist zwar sehr ertragreich, aber aromaschwach, äußerst backfähig, aber geschmacksarm, und insgesamt uniform, kurz, flachwurzelnd sowie mineraldünger- und pestizid­abhängig. Und: sie ist nicht nachbaufähig, bietet damit also keinerlei Ernährungssicherheit, sondern Abhängigkeit von wenigen Saatgutkonzernen.

Sorten aus biologischer oder biologisch-dynamischer Züchtung sind ganz anders geartet und können Ausgangspunkt für die Entwicklung hofeigenen Saatguts sein. Sie sind nachbaufähig, wurzeln tief und ragen weit in den Licht- und Wärmeraum hinein. Sie sind unabhängig von Kunstdüngern, gesünder und damit auch nicht auf chemische Pflanzenschutzmittel angewiesen. Natürlich muss ihr Umfeld mit ungleich höherem Aufwand gepflegt werden, dafür entsteht hier ein Lebensgefüge mit Zukunft.
Regionale Individualität
Zuchtziele wie Vitalität, die Betonung einer eigenständigen Aromatik oder die Aufzucht unter ökologischen Bedingungen sind sehr individuelle Vorgaben, ebenso der Einfluss sehr unterschiedlicher Bodentypen oder die Impulse, der im Getreideanbau tätigen Menschen. Zusätzlich unterscheiden sich die Betriebe in der Witterung, was zu Einseitigkeit mit entsprechenden Krankheitssymptomen oder auch wertvollen Eigenarten führt. Auf die Eigenarten wird nach Bedarf reagiert und die wertvollen Eigenschaften können nutzbar selektiert werden. Interessante Selektionen werden vermehrt, um sie an Partnerbetriebe zu verteilen, wo sie sich an unterschiedlichen Standorten bewähren müssen und auf ihr Ertragsverhalten geprüft werden.

Mit den Bemühungen um das eigene Korn, das die Lücke zwischen Nachfrage und Verfügbarkeit von regional ent­wickeltem, biologisch-dynamischem Getreidesaatgut (und ebensolchen Nahrungsmitteln) schließt, reift auch die eigene Hofindividualität nachhaltig und zukunftsfähig.



Aktuell



Im Zuchtgarten geht es weiter …

Die Kulturen wachsen im Zuchtgarten und die Frühjahrssaat ist weit fortgeschritten.

Wer sind wir?


Die Initiative »Jedem Hof sein Korn« ist eine Forschungsgemeinschaft aus Patrick Schmidt/Getreidezüchter, Jürgen Zippel/Bäckermeister und Hans v. Hagenow/Landwirt. Verbindender Ausgangspunkt dieser Initiative ist Haus Bollheim, in dessen Zuchtgarten ein Großteil der Forschung seit vielen Jahren stattfindet.

Haus Bollheim: Ausgangspunkt der Initiative zur Hofsortenentwicklung im Getreideanbau